Kunst und Gestaltung als Mittel zur Konfliktlösung

Wenn Menschen miteinander leben, miteinander arbeiten, kommt es häufig zu Konflikten. Jeder Mensch löst täglich unzählige kleinere Konflikte: Eigentlich sind wir darin alle Experten. Trotzdem werden Streitsituationen und Verstimmungen häufig als belastend wahrgenommen. Viele Menschen haben die Erfahrung gemacht, dass Konflikte nur schwer ansprechbar sind – sie lauern unter dem Teppich, über den wir oft täglich laufen, und können beim Überqueren sehr leicht aktiviert werden. Unter bestimmten Umständen eskalieren sie und erscheinen unlösbar. Über künstlerischen Ausdruck werden auch sogenannte „kalte“, also versteckte Konflikte aufgestöbert, sichtbar und damit besprechbar gemacht für die Zukunft.

In diesem Workshop erleben Gruppen und Teams, wie sie sich mit Leichtigkeit dem Thema Konflikte nähern können. Sie spielen Schach mit Farben, verhandeln Farbverläufe oder kreieren gemeinsam eine Komposition: Künstlerische Mittel erlauben einen kreativen und spielerischen Zugang zu spannungsreichen Situationen.

Gleichzeitig findet eine Sensibilisierung des eigenen Konfliktverhaltens und das des Gegenübers statt: Grenzen werden ausprobiert und wenn nötig, neu gesetzt, und die komplexe, manchmal wiedersprüchliche Gefühlswelt findet über intuitive Farb- und Formwahl ihren Ausdruck. Erst mit An- und Erkennen der eigenen Emotionen und inneren Bilder kann ein Perspektivenwechsel und konstruktive Konfliktlösung gelingen.

Theoretische Hintergründe zu Konfliktentstehung, Eskalationsstufen und verschiedenen Lösungsstrategien runden den Workshop ab.

Künstlerische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Konkrete Konflikte dienen zwar als Ausgangmaterial für die entstehenden Bilder, die Auseinandersetzung findet aber zunächst auf rein gestalterischer Ebene statt. Das bedeutet, mögliche Erkenntnisse oder Handlungsimpulse werden über die künstlerischen Prozesse abgeleitet, ohne tiefer auf die Konfliktsituationen eingehen zu müssen. Jede/r Teilnehmer*in entscheidet selbst, wieviel Persönliches er oder sie preisgeben möchte. Daher ist dieser Workshop sowohl prophylaktisch als auch bei bestehenden Spannungen geeignet.

Wenn gewünscht, kann im Anschluss eine konkrete Konfliktberatung oder Mediation stattfinden, gerne auf Basis der entstandenen Bilder.

 

               

Ich danke den Teilnehmer*innen der Projektwoche an der FH Darmstadt/ Soziale Arbeit für die Bereitstellung ihrer Bilder (Ausschnitte).