Kunst & Kultur

Künstlerisch-soziale Projektarbeit / Kulturvermittlung

Mediation

Konfliktberatung

Frieden ist das größte Kunstwerk
(Wolf Vostell)

Kostümbild

Künstlerische Arbeiten
Vom Kostümbild zur Konfliktlösung?

Konflikte? So ein Theater!

Vom Kostümbild zur Konfliktlösung

Streit, Krieg und Drama – Konflikte bilden den Stoff für Tragödien und Komödien, auf der Bühne wie im Leben. Ohne Krisen und Konflikte ist menschliches Miteinander nicht denkbar, und Theaterarbeit bedeutet nichts anderes als Arbeit mit Konflikten. Während diese auf der Bühne durchaus erwünscht sind, können sie hinter der Bühne stören und belasten. Oft geht durch sie viel Energie verloren. Während meiner Zeit als Kostümbildnerin habe ich mich gefragt, welche Möglichkeiten es gibt, konstruktiver mit Konflikten, Frustrationen und Missstimmungen umzugehen – und das nicht nur im Theater, denn Erfahrungen mit Konflikten konnte ich in allen Lebenslagen sammeln. Pluralität ist nicht nur im Theater eine Grundvoraussetzung für kreative, innovative und inspirierende Arbeitsprozesse. Wenn viele verschiedene künstlerische und starke Köpfe aus unterschiedlichen Kontexten und zusammen kommen, sind gute Ideen, aber auch Meinungsverschiedenheiten vorprogrammiert.

Mein Studium der Theaterwissenschaft, Anthropologie und Ethnologie erforderte zwar vielfachen Perspektivenwechsel und hat mir gezeigt, wie sehr unser Denken geprägt ist von jeweiligen „Denkschulen“ – was praktische Konfliktlösung betrifft, war es allerdings nicht besonders hilfreich.

Damit die Dramen auf der Bühne bleiben

Mit der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg lernte ich neue Strategien und vor allem eine Haltung kennen, die einen Weg zeigte aus den vorherigen Erfahrungen von Ohnmacht, Aggression und Hilflosigkeit in Konfliktsituationen. Gewaltfrei bedeutet dabei keineswegs ein kommunikatives Weichspülprogramm. Im Gegenteil. Gewaltfreie Kommunikation kann helfen, sich klar und vollständig auszudrücken. Damit wird eine Grundlage geschaffen, mit den Interessen und Bedürfnissen zu arbeiten, die sich hinter den Konflikten verbergen und und die Neugier zu entwickeln, die so hilfreich ist, das Potential für Perspektivenwechsel und für konstruktive Lösungen zu entwickeln. Konflikte auf diese Weise zu lösen kann unsere bestehenden Beziehungen vertiefen, unerwartete Chancen sichtbar machen und: Spaß machen!

In meiner Ausbildung zur Mediatorin waren Gewaltfreie Kommunikation und interkulturelle Kompetenz elementare Bestandteile. Kultursensible Mediation bedeutet für mich, nicht nur die möglicherweise unterschiedlichen kulturellen Herkünfte der Konfliktparteien mitzudenken, sondern meine eigenen Prämissen, Vorannahmen, Weltvorstellungen und Menschenbilder zu reflektieren und zu hinterfragen.

Vielfalt und Kultur-Gewebe: textile Geschichten

Als Kostümbildnerin und Kulturwissenschaftlerin haben mich zwei Dinge besonders inspiriert: Menschliche Geschichten, die unter die Haut gehen und die Gestaltung der „Zweiten Haut“ als Ausdruck von menschlicher Vielfalt. Den sprichwörtlichen „roten Faden“ durch meine Arbeit bilden Kleidung und ihre künstlerische Gestaltung sowie Fragen nach Identitäten und ihre Rolle in Konflikten. Kleidung, Textilien und Körpergestaltung sind Themen, mit denen ich viele Menschen erreichen kann. Kunst kann ein Experimentierfeld sein, um Handungsspielräume zu erfahren. In vielen meiner Kurse arbeite ich mit künstlerischen und textilen Techniken sowie mit Selbst- und Fremdbildern. In meine Arbeit fließen kunsttherapeutische Methoden aus der Psychotraumatologie ein, die einen stressreduzierenden und ressourcenstärkenden Ansatz verfolgt. Meine Tätigkeitsfelder ergänzen und bereichern sich gegenseitig.

Mediatorin sein

Mediatorin zu sein ist für mich nicht nur ein Beruf. Mediation beinhaltet für mich eine Haltung, die ich in all meine verschiedenen Tätigkeiten einfließen lasse – beruflich wie privat. Das bedeutet, immer wieder die Perspektive zu wechseln, mich mit eigener Bewertung zurückzuhalten, verschiedene Sichtweisen gelten zu lassen – auch, wenn ich sie vielleicht nicht teile. Im Laufe meines Lebens habe ich Einblicke in unterschiedlichste Lebensentwürfe erhalten dürfen, und ich empfinde dies als außerordentliche Bereicherung.

Mediatorin zu sein bedeutet nicht, keine Konflikte mehr zu haben – sei es mit sich oder mit anderen. Es kann aber bedeuten, diese Konflikte schneller zu erkennen, weniger tief hineinzurutschen, sich in ihnen konstruktiver zu verhalten und ihr Potential als konstruktiv und nicht als destruktiv zu erkennen und zu nutzen.

Konflikte konstruktiv und mit Empathie zu lösen bedeutet für mich, Raum für mehr Handlungsfreiheit entstehen zu lassen.